Foto © Lukas Schaller
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Türkenwirt Gebäude, BOKU Wien

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Standort
Wien
Jahr
2018

Städtebau – Besondere Sorgfalt galt der Definition und Integration des Bauköpers in die bestehende städtebauliche Situation. Der Neubau orientiert sich an den bestehenden Traufhöhen der Nachbarliegenschaften an der Peter-Jordan-Straße. Wenige, präzise gewählte Eingriffe gliedern den Baukörper. Baukörper Der Neubau reagiert in seiner Maßstäblichkeit angemessen auf seine Umgebung. Es ist eine grundlegende Entscheidung des Entwurfs, das oberirdisch errichtete Volumen (54% BRI) baurechtlich nicht maximal auszunutzen sondern möglichst viele Nutzungen unterirdisch (46% BRI) anzuordnen. Ein eingeschnittener Patio schafft belichtete Flächen im ersten Untergeschoss. Dadurch wurde bewusst auf die Errichtung eines Staffelgeschoßes verzichtet und so auch die Möglichkeit einer späteren Erweiterung geschaffen. Trotz der Widmung in zwei unterschiedliche Trakttiefen und zwei unterschiedliche Gebäudehöhen tritt das Gebäude durch die gewählten Fluchten als ein Baukörper in Erscheinung. Fassade Die vertikalen Holzlamellen und die horizontalen Bänder ändern das Erscheinungsbild des Gebäudes je nach Blickwinkel von Durchlässig bis zu Plastisch-Kompakt. Das umhüllende Lamellenwerk betont in seiner formalen Selbständigkeit den solitären Charakter einer signifikanten Architektur. Es bindet aber auch die beiden volumetrisch sehr unterschiedlichen Gebäudeteile zusammen. Die öffentlichen Bereiche des Gebäudes werden durch Halbierung des Fassadenrasters der Lamellen betont und bilden einen transparenteren Sockel.

Innere Organisation – Die vorherrschende Atmosphäre ist die eines offenen Hauses, in welchem Bereiche zwar abgetrennt sind, aber Übergänge auch fließend gestaltet werden können und infolgedessen ein hohes Maß an Austausch entstehen kann. Das Hauptgebäude wird im Erdgeschoß über einen großzügigen, gedeckten und platzähnlichen Bereich betreten. Dieser setzt sich im Innern in einer ausgedehnten Halle fort. Ebenerdig befi nden sich der Zugang zur Mensa und die Erschließung des niedrigen Gebäudeteils durch einen Gang mit Aufenthaltsqualität. Das Haupttreppenhaus ist in der Mitte des Gebäudes angeordnet. Direkt daran gliedert sich ein Luftraum mit hängenden Pfl anzen an. Dieser Luftraum belichtet die innenliegenden Flure und den Free-Flow Bereich im EG; dient der Orientierung und ermöglicht auch Durchsichten durch das gesamte Gebäude. In Nord-Süd Richtung wird der Luftraum durch einen Einschnitt auf der Fassade an der Peter-Jordan-Straße fortgesetzt. Der Hörsaal ist unterirdisch angeordnet. Er wird über das zentrale Treppenhaus und das durch den Hof natürlich belichtete Foyer erschlossen. Aus dem Hörsaal gibt es einen zweiten Fluchtweg direkt ins Freie. In den Obergeschossen befi nden sich die Institute, die Gesteinssammlung, die Räumlichkeiten der ÖH und des CDR. Auf jedem Geschoss werde Lern- und Lehrbereich ausgewiesen, welche auch als Erweiterungsfl ächen genutzt werden können. Im niederen Gebäudeteil befi ndet sich entlang der Dänenstraße im Erdgeschoss der Hofladen und Eingang zum TÜWI im 1.UG. Dieses organisiert sich um den tieferliegenden Patio.

Nachhaltigkeit – Low-Tech: Wesentliche Voraussetzungen für das Erreichen der angestrebten Energieeffizienz ist unter anderem ein günstiges Verhältnis von Außenfl ächen zur Gesamtkubatur. Der Baukörper ist daher sehr kompakt moduliert. Die bewusste Anordnung großer Kubaturen im Untergeschoß stellt die simpelste Nutzung der Speichermasse des umgebenden Erdreichs dar: Diese „unterirdischen Fassadenflächen“ sorgen für den thermischen Jahreszeitenausgleich. Im Gegenzug wurden die „oberirdischen Fassadenflächen“ großzügig verglast, um die tiefen Grundrisse effektiv zu belichten. Die Fensterflügel sind kippbar und ermöglichen eine natürliche Lüftung. Das Nutzungskonzept basiert auf der Prämisse einer hohen Nutzungsneutralität der vorgeschlagenen Struktur als sinnfälliger, inhaltlicher Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.

Wettbewerb
2014, 1. Rang

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