Die Mühle am Waldrand

Irrsee
Foto © Martin Konzett
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Architekten
Architekturbüro Lechner & Lechner
Standort
Irrsee
Jahr
2021
Bauherrschaft
Martin Konzett, Caroline Goellner
Team
Christine Lechner

Das alte Mühlengebäude stammt aus dem Jahr 1914 und wurde bereits zuvor mehrfach adaptiert. Sie befindet sich am Übergang von Wiesen zu Wald in einen Graben neben einen Bach. Das bestehende Gebäude war nicht ausreichend belichtet und der Bezug zur Umgebung war nicht hergestellt.

Unser Ansatz war es, mit behutsamen Eingriffen die bestehenden Räume zu stärken und zu reorganisieren. Dabei war es essenziell, die neuen Eingriffe klar ablesbar auszuformulieren und die statischen Unterstützungen des bestehenden Gebäudes nicht zu verbergen. Der Charakter des bestehenden ist durch den Kontrast mit den neuen gestärkt. Das landschaftliche Umfeld, die Schwelle zwischen Wald und Hügelland, wird zusätzlich erlebbar gemacht.

Das Atelier der Bildhauerin Caroline Goellner als halböffentlicher Raum ist im Erdgeschoss positioniert. Hier wird ihre Kunst erschaffen und Seminare abgehalten. Hier ist der Charakter der ehemaligen Mühle am stärksten spürbar, denn die hohen Mühlräume wurden nur statisch gestärkt und um ein Fenster mit Blick auf den Bach erweitert. Die Terrassentür schafft einen eignen Zugang des Ateliers zum Garten.

Die Eingriffe sind nur pointiert vorgenommen, wo sie eine große Wirkung im mit kleinen Eingriffen erreichen. Dabei gibt es eine kleine Werkstatt mit Keramikmaschinen und ein großer Galerieraum. An der oberen Raumtasche der Galerie des Ateliers wurde in Richtung des Baches das neue Fenster, mit der Dimensionierung Bestandsfenster, positioniert und ein angenehmer Arbeitsplatz geschaffen.

​Über eine bestehende alte „knarrende Holztreppe“ kommt der Besucher vom Galerieraum des Kunstaltier in den privaten Bereich. Leben und arbeiten vereint sich auf einen Ort. Der Wohnraum ist über dem Galerieraum platziert. Durch das Öffnen des Wohnraumes an der West Hauswand wird ein opulenter Ausblick in die Landschaft generiert. Das Fenster wird dabei zum Bilderrahmen und die statische Verstärkung bewusst in Szene gesetzt.

Der markante Eingriff begrenzt sich auf die Seite, welche vom Eingang des Ateliers abgewandt ist. Eine kleine Raumtasche in das Dachgeschoss verknüpft die privaten Räume miteinander und gibt den an sich niedrigen Wohnraum ein Spiel zwischen Höhe und Tiefe. Die neugeschaffene Terrasse eröffnet direkten Zugang zur Landschaft aus dem privaten Bereich heraus. So können Arbeit und Freizeit in räumlicher Nähe zueinander existieren.

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