Villa Sternberg

Klosterneuburg
Foto © Hertha Hurnaus
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Foto © Hertha Hurnaus
Foto © Hertha Hurnaus
Arquitectos
SWAP Architektur
Ubicación
Klosterneuburg
Año
2020
Cliente
privat

Revitalisierung einer Villa aus der Jahrhundertwende, deren räumlichen Potenziale unter einer kathedralenartigen Dachkonstruktion in einem Dornröschenschlaf lagen. Ziel der Umgestaltung war es, den vorhandenen Raum zeitgemäß weiterzuentwickeln und neu zu interpretieren, sodass der Charakter der alten Villa weitestgehend erhalten bleibt. Die Anpassungen sind fast ausschließlich im Innenbereich passiert, die Fassade bleibt ihrem alten Erscheinungsbild treu. Im Inneren fügen sich die eingesetzten Materialien wie Holzoberflächen, Glas und mineralische Bodenbeschichtungen in die historische Bausubstanz optimal ein. Kleinteilige Raumaufteilungen und Innenräume wurden aufgelöst und so sind auf rund 300 m² Wohnfläche offene, lichtdurchflutete Räume geschaffen worden. Durch die Aktivierung des Dachraums wird die Wohnnutzfläche um 120 m² fast verdoppelt.

In die komplexe Dachform wurden von der Straßenseite uneinsichtig zwei große Fensteröffnungen geschnitten, die das große Dachvolumen belichten.
Der zusätzlich benötigte Dachaufbau für die Dämmung wurde in Abstimmung mit dem niederösterreichischen Denkmalamt so umgesetzt, dass die feinen, vom Japonismus inspirierten Dachkonturen um die Mansarde beibehalten werden konnten. Alle außen liegenden Holzteile des Daches wurden renoviert, die Deckung erfolgte mit dem historischen Dachziegel „Wiener Tasche“, mit dem auch die historischen Ausrundungen der Dachverschneidungen aufwendig wiederhergestellt wurden.

Im Innenausbau wurde die statische Dachkonstruktion unverändert erhalten. Ausgehend von der Textur der Holzverkleidung in der Fassade wurde die gesamte Dachkonstruktion innen als auch die Kaminbankrückwand im Küchenbereich mit einer massiven Sturzschalung aus massiver Lärche verkleidet. So entsteht ein Wechselspiel zwischen innen und außen, das Bezüge zum Altbestand herstellt und auf überraschende Weise eine elegante und warme Atmosphäre in dem großzügigen neuen Dachraum schafft. Die handwerkliche Herausforderung war, die zum Teil stark verzogenen Innenflächen mit der geometrisch präzisen Textur zu überziehen und zu einer einheitlichen Fläche zusammenzufügen.
Im Erdgeschoss bilden Wohnraum, Küche, Terrasse und Pool eine Achse, die neue Durchblicke und Ausblicke in den Garten ermöglichen. Als raumverbindendes Element wurde ein Holzofen eingebaut. Ebenfalls im unteren Bereich befindet sich der historische Salon mit Erker.

Die große, öffenbare Fensterfront erweitert den Küchenbereich zur Terrasse hin, die als Plattform über das Schwimmbad kragt. Speziell konzipiert wurde der höhenverstellbare Tisch in der Küche und der Terrassentisch, welchen man hydraulisch bodeneben versenken kann.

Über einen neu geschaffenen Luftraum entsteht eine vertikale Verbindung zwischen Wohnraum und dem Dachraum mit der historischen Konstruktion. Die Raumhöhe beträgt bis zu sechs Meter, was eine Galerie und einen innen liegenden Balkon ermöglicht. Beide Ebenen sind über eine extra für den Raum entworfene Kippstiege erreichbar, die wechselweise zwei Richtungen erschließt und händisch gekippt werden kann. Das Kinderzimmer wird durch eine Schlafempore mit Geheimversteck erweitert.

Das Badezimmer ist barrierefrei im Erdgeschoss zugänglich. Erstmals wurde die von EOOS entwickelte Designinnovation „save!“ in einem Wohnhaus eingebaut – eine Seperations-Toilette, die Urin trennt und in einem Tank im Keller sammelt. Dieser Urin wird aufbereitet und als Düngemittel verwendet.

Neben der Raumerweiterung innerhalb des bestehenden Volumens wurde auch bei den Materialien auf ressourcenschonende Bauweise gesetzt. Zusätzlich zum Altbestand wurden ca. 80 m³ Holz verbaut, als Dämmstoff kam Zellulose zum Einsatz, so werden in diesem Projekt ca. 100 Tonnen CO2 langfristig gebunden.
Der verwendete Holzbedarf wächst in weniger als zwei Minuten in österreichischen Wäldern nach. Geheizt wird die Villa Sternberg mit erneuerbarer Energie aus Fernwärme.

Der Garten und die Außenanlagen wurden von Maria Auböck geplant.

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